20190217

CN: Alkohol, SVV

Bin mehr als nur angetrunken. Alleine daheim. während meine Mitbewohner feiern sind, gehe ich jetzt ins Bett. Den Eimer in meiner Nähe, in der Hoffnung mich nicht übergeben zu müssen. Alkohol wird langsam zur Gewohnheit – jeden Abend. Um die Gefühle, die Wut, die Einsamkeit zu betäuben. Es hilft. Aber besser geht es mir am nächsten morgen meist nicht. Egal. Aber ein Lob auf Autokorrektur ohne die dieser Text nicht lesbar wäre. Hauptsache die Gefühle sind betäubt. Vielleicht sollte ich mich schneiden. Hätte Lust dazu. Jetzt ist doch sowieso schon alles egal

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20190122

Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich das alles stemmen soll…
Jetzt wird es ab April auch noch eine Mieterhöhung geben, die ich mir eigentlich nicht leisten kann. Ich kann nicht mehr.
Aber eigentlich geht es mir gut, könnte man meinen. Ich funktioniere besser denn je. Und verschiebe meine Zusammenbrüche auf meinen Urlaub – also jetzt. Und plötzlich geht gar nichts mehr…

Brief einwerfen.

Ich weiß nicht so recht, was ich eigentlich von diesem Jahr erwarte. Irgendwie möchte ich zu einem besseren Menschen werden, mein Leben leben, Dinge neu lernen, Erfahrungen sammeln, mutig sein. Und im Dezember das Gefühl haben, dass es ein gutes – nicht nur durchschnittliches – Jahr war.
Heute ist Tag 3 von 365. Und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass mein Vorhaben nichts wird. Bin aus der Arbeit heim gekommen und habe seitdem noch nicht wirklich was gemacht oder geschafft, außer auf Social Media und vor dem Laptop rumzuhängen.
Meine Mitbewohnerin hat vorhin ohne ein Wort des Grußes die WG verlassen. R. ist auch nicht daheim. Und ich sitze hier und weiß nicht, was ich machen soll, während ich mit überlege, welchen Alkohol ich heute noch trinken könnte.

Irgendwie ist da schon wieder so eine Leere, bei der ich weder weiß, wo sie her kommt, noch womit ich sie füllen soll… Irgendwas fehlt. Und zwar immer dann, wenn ich keinen vollgepackten Tag mit einer langen ToDo-Liste habe, sondern in meinem BuJo nur ein einziger Task für den Tag steht: Brief einwerfen. Und das habe ich schon auf dem Weg zur Arbeit erledigt.

2018 mit Höhen und Tiefen

2018 war ein eigenartiges Jahr voller Höhen und Tiefen… Ich weiß gar nicht mehr alles, aber hier mal, was mir so einfiel.

Habe meine Bachelorarbeit fertig geschrieben und abgegeben.
Ich bin bei S. in Stuttgart gewesen.
Habe Thirty Seconds to Mars live gesehen.
Habe Testo wieder abgesetzt.
Bin quer durch Deutschland gefahren, um mir drei verschiedene Mastek-Operateure anzuschauen. Und habe dabei J. getroffen und R. besucht. Und stand zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Longboard.
Hatte starke Zweifel an meinem trans-Sein und dem Vorhaben die Mastek zu machen.
Habe mein Studium beendet.
Habe mir ein Longboard gekauft.
Habe die VÄPÄ beantragt.
Bin von meinen Eltern ausgezogen (was viele Nerven gekostet hat), ziemlich überstürzt in eine Wohnung mit einer Vermieterin, mit der wir jetzt nicht (mehr) zufrieden sind und gerade nur Scherereien am Hals haben…
Habe das Verfahren für die VÄPÄ wieder auf Eis legen lassen.
Bin alleine auf die Philippinen geflogen, um dort auf einen Freund zu treffen und mit ihm eine gemeinsame Freundin zu besuchen. Hatte dort 3 wundervolle Wochen mit Spaß, Freude, Abenteuer usw.
Habe mich auf Jobs beworben und Vorstellungsgespräche gehabt (alles unter weiblichem Profil).
Hab mir ein neues Handy kaufen müssen.
War auf meiner ersten (Gegen-)Demo.
War auf dem CSD München und Köln.
Habe keinen Job in meinem Studienfach bekommen und mich übergangsweise im Verkauf beworben.
Habe wieder mit Testo angefangen.
Bin zum Gruppenleiter meiner queeren Jugendgruppe ernannt worden.
Habe erneut Kontakt zu einem Menschen aufgebaut. Und es ein paar Monate später bereut.
Habe mir zum ersten Mal etwas gebrochen – den großen Zehen.
Habe angefangen, im Verkauf zu arbeiten und bin dort stealth.
Habe angefangen, den CSD meiner Stadt mitzuplanen.
War auf dem 5-jährigen Stufentreffen meiner Schule.
Bin nach Köln gefahren und auf der Trans Pride Cologne mitgelaufen, habe dort Freunde wieder gesehen. Und wurde von besagtem Menschen mehr oder weniger gestalkt.
Habe den Kontakt zu diesem Menschen wieder abgebrochen.
Hab Three Days Grace zum zweiten Mal live gesehen.
Hab Poets of the Fall zum dritten Mal live gesehen.
Hatte S. zu Besuch und sehr schöne, wenn auch stressige Tage, mit ihr, nachdem wir uns über 2 Jahre nicht gesehen haben.
Habe Nightwish endlich live gesehen.
Hatte F. zu Besuch und eine sehr schöne, entspannte Woche.
War auf dem Gruppenleiter-Wochenende der queeren Jugendgruppe.
Bin nach Ulm gefahren, um mir eine psychiatrische Indikation für die Mastek zu holen. War dort auf dem Weihnachtsmarkt
War auf deutlich weniger Weihnachtsmärkten als un den vergangenen Jahren.
War auf dem Within Temptation Konzert.
Hab Weihnachten doch bei meiner Familie verbracht.
Habe bemerkt, dass es komisch ist, dort zu schlafen, aber gut tut, wieder heim gehen zu können.
Habe Silvester nicht bei meiner WG-Party verbracht, sondern genau wie 2017 bei einem Kumpel in kleiner, gemütlicher Runde zu sechst.

(Nach-)Weihnachtsgedanken

CN: trans (Gedanken, Zweifel, Angleichung), nicht-akzeptierende Familie

Ich war Weihnachten bei meiner Familie – vom 24. mittags bis 26. mittags, also zwei volle Tage. Und es war… okay. Irgendwie. Natürlich fiel ausschließlich der alte Name und weibliche Pronomen, aber darauf hatte ich mich ja eh schon eingestellt. Und es war irgendwie auch nicht so schlimm wie die letzten Male und wie erwartet. Auch blöde Sprüche fielen ein paar, aber auf keinen wurde näher eingegangen und ich konnte sie größtenteils einfach übergehen. Anstrengend war es trotzdem, bemerke ich gerade im Zug sitzend auf der Heimfahrt.

Und wieder habe ich gemischte Gefühle und weiß nicht so recht, was ich überhaupt fühlen und denken soll.

Einerseits plane ich die Mastek und freue mich auf einen Sommer ohne Brüste. Andererseits hat mich das misgendern nicht so massiv gestört wie sonst schon und ich habe wieder Zweifel daran, ob ich überhaupt trans* (genug) bin und all diese doch teils eher drastischen Maßnahmen (Hormone, OPs,…) überhaupt brauche. Irgendwie habe ich mal wieder das Gefühl, ich spiele doch allen – und am meisten mir selbst – was vor.

Fakt ist, ich bin (so wie es bisher war) nicht glücklich gewesen.
Fakt ist aber auch, dass es sich falsch anfühlt, mein altes (anderes?) Ich quasi auszulöschen mit der Veränderung des Körpers und der Namensänderung.

Kann ich nicht einfach beides sein?

Zusammenbruch

Manchmal möchte ich heulend zusammenbrechen und die Umwelt sehen lassen, wie es mir wirklich geht. Aber dann fällt mir wieder ein, was ich noch alles erledigen muss, wieso ich noch funktionieren muss. Und ich bohre die Fingernägel in meine Handflächen, beiße meine Lippe blutig, schlucke die Verzweiflung und den Schmerz hinunter. Setze ein Lächeln auf. Und alles ist immer noch scheiße wieder gut.

Was gerade so los ist…

Ich schreibe zur Zeit nur noch sporadisch, wie der ein oder anderen Person hier vielleicht aufgefallen ist. Es ist irgendwie viel los, obwohl ich gar nicht so recht weiß, was überhaupt alles los ist…
Auch wenn ich nur eine 25h-Woche arbeite, nimmt das doch einiges an Zeit in Anspruch. Und oft bin ich danach zu kaputt, um noch groß was zu erledigen oder hier zu schreiben, oder ich bin im Training. Und vor der Arbeit schlafe ich meistens und erledige Kleinkram, der so ansteht.

Immer wieder fällt mir zur Zeit auf, dass ich gar nicht so recht weiß, wie ich eine 35h- bis 40h-Arbeitswoche schaffen soll. Ich fühle mich dazu schlichtweg nicht in der Lage – noch möchte ich es. Momentan reicht mir das Geld vollkommen, ich kann die Miete und Essen bezahlen, und es bleibt auch noch was für den ein oder anderern kleineren Luxus übrig. Mir ist meine Freizeit wichtiger als Geld, die möchte ich nicht opfern.
Dazu kommt noch, dass ich immer noch keine Ahnung habe, was ich eigentlich arbeiten möchte, wie das alles beruflich weitergehen soll… Ich bin studierter Maschinenbauer mit einem recht okayen Bachelorabschluss und arbeite … im Verkauf. Ich weiß nur eines: Dauerhaft möchte ich dort nicht bleiben, das frisst mir zu viel Energie. Aber für momentan ist es echt okay. Aber der Vertrag läuft nur noch bis Ende Januar, also noch knapp 3 Monate. Und dann?? Tja… dieses „Und dann??“ bereitet mir mal wieder Bauchschmerzen. Höchstwahrscheinlich könnte ich dort bleiben, aber möchte ich das? Wenn nein, was dann? Was möchte ich überhaupt?
Ich weiß eigentlich nur, was ich nicht möchte – und diese Liste ist relativ lang, aber nicht wirklich hilfreich.
Ich möchte keinen reinen PC-/Büro-Job.
Ich möchte keine Vollzeitstelle.
Ich möchte nicht arbeiten, um möglichst viel Geld zu verdienen, das ich dann aber (außer in was-weiß-ich-wie-tollen Urlauben) nicht ausgeben kann, weil mir schlichtweg die Zeit dazu fehlt.

Ich möchte leben und das Leben genießen können. Sofern meine Psyche das zulässt. Wie das aussieht, keine Ahnung.

Momentan schlage ich mich noch mit (zu?) vielen trans*-Sachen rum, um wirklich einen freien Kopf für solche Themen zu haben. Ich bin unheimlich froh, in der WG zu wohnen und endlich sein zu dürfen/ können, wer ich bin. Es tut einfach gut.
Aber trotzdem geht es mir nicht durchgehend gut – hatte ich auch nicht erwartet. Und es ist auch okay so.

Es gibt einige Themen, die ich in Therapie mal bearbeiten müsste. Aber momentan hinten an stelle. Priorität Nr. 1 hat gerade endlich den Antrag für die Mastektomie fertig zu bekommen. Mir fehlt noch das Schreiben meines Therapeuten (und vom Endo die Bestätigung über die Hormontherapie).
Alles nicht so einfach, v.a. weil parallel noch meine Therapie beantragt werden muss – drei Sitzungen im Quartal reichen einfach nicht, und die Kurzzeittherapie ist schon „verbraucht“. Und so ganz nebenher hab ich jetzt auch noch eine weitere Diagnose – Zyklothymia – quasi eine leichtere Form der bipolaren Störung. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht so ganz… Irgendwie stimmt es, aber ich frage mich immer wieder, was mir diese Diagnose letztendlich bringt. In diesem Fall wahrscheinlich wirklich nur – hoffentlich – die Genehmigung der Langzeittherapie. Trotzdem wäre es auch mal schön, das Problem anzugehen, v.a. die Schlafstörungen und Tiefs.

Ich merke gerade, dass ich gar nicht so recht weiß, was ich in diesem Blogpost überhaupt aussagen möchte…
In meinem Kopf ist zur Zeit sehr viel Chaos, das ich nicht wirklich identifiziert, geschweige denn sortiert bekomme. Mein Vorhaben war deshalb eigentlich, hier mal alles möglich rauszuschreiben… Aber irgendwie merke ich gerade, dass das nicht so recht klappt – zumindest nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Deshalb setze ich jetzt hier mal einen Punkt.
Vielleicht kommt in nächster Zeit ja wieder etwas mehr von mir…

PS: Wir aka mein Mitbewohner (R.) hat seit circa 2 Monaten einen zweiten Hund (vom Tierschutz), der mega schwierig ist… Es klappt einfach nicht. Wir sind ziemlich bis sehr eingeschränkt, was Unternehmungen, Besuch, usw. angeht. Versuchen den gerade wieder los zu werden. Ich hab keine Ahnung wie lange R. das noch durchhält, mache mir echt Sorgen…. Und das alles schlägt auch mir gehörig auf den Gemütszustand. R. hat gerade mit der vom Tierschutz telefoniert, habe mitgehört. Sie zeigt nicht wirklich Einsicht und schiebt die Schuld so ziemlich auf uns bzw. R., dass es nicht klappt usw. Ich möchte gerade einfach nur diesen Hund packen und der vom Tierschutz um die Ohren hauen oder vor die Türe setzen oder was auch immer. Hauptsache weg mit ihm… Ich pack das nicht mehr lange… R. packt es eigentlich schon nicht mehr.. und ich muss mich gerade echt zusammenreißen, nicht irgendwas zu zerschlagen, laut zu schreien o.ä. Ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht… weder bei R. noch bei mir… es kostet so unendlich viel Kraft und Energie, die ich gerade absolut nicht habe…. und ich schaffe es nicht, mich zu distanzieren, möchte es eigentlich auch nicht. Kann es nicht, weil ich für R. so gut wie möglich da sein möchte…. VERDAMMTE KACKSCHEIßE DAS KANN DOCH WOHL NICHT SEIN, DASS DIESER HUND JETZT SO LANGE BEI UNS BLEIBEN MUSS BIS IHN EVTL. IRGENDWANN IRGENDJEMAND NIMMT…. kann ich bitte einfach heulen und schreien und toben?!

Linien

CN Selbstverletzung

40 Linien später
mit Metall auf Haut
kein Kunstwerk
aber akkurat gerade
und parallel

er schläft endlich ein
fällt
in einen unruhigen Schlaf
voller Angst und
schlechter Träume

wieder zu früh erwacht
wieder Kopfschmerzen
und erhöhten Herzschlag
wieder Angst vor dem Tag
wie soll er das schaffen?

weiterhin leer und taub
der Schmerz war nur kurz
er spürt nichts
außer Leere und Reue
war das nötig?

Maske auf und hinaus
in die Welt
Musik an
und funktionieren
bis er zusammen bricht

irgendwann

für immer