Zusammenbruch

Manchmal möchte ich heulend zusammenbrechen und die Umwelt sehen lassen, wie es mir wirklich geht. Aber dann fällt mir wieder ein, was ich noch alles erledigen muss, wieso ich noch funktionieren muss. Und ich bohre die Fingernägel in meine Handflächen, beiße meine Lippe blutig, schlucke die Verzweiflung und den Schmerz hinunter. Setze ein Lächeln auf. Und alles ist immer noch scheiße wieder gut.

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Maskensplitter

Wie lange
hält eine Maske
den Tränen stand,
bevor sie bröckelt?

Aufgeweicht
von den Versuchen
das Dunkel
abzuwaschen

Bevor sich
ihre Splitter
in meine Haut
bohren

und zeigen
was die Umwelt
nicht hätte
sehen sollen.

Was gerade so los ist…

Ich schreibe zur Zeit nur noch sporadisch, wie der ein oder anderen Person hier vielleicht aufgefallen ist. Es ist irgendwie viel los, obwohl ich gar nicht so recht weiß, was überhaupt alles los ist…
Auch wenn ich nur eine 25h-Woche arbeite, nimmt das doch einiges an Zeit in Anspruch. Und oft bin ich danach zu kaputt, um noch groß was zu erledigen oder hier zu schreiben, oder ich bin im Training. Und vor der Arbeit schlafe ich meistens und erledige Kleinkram, der so ansteht.

Immer wieder fällt mir zur Zeit auf, dass ich gar nicht so recht weiß, wie ich eine 35h- bis 40h-Arbeitswoche schaffen soll. Ich fühle mich dazu schlichtweg nicht in der Lage – noch möchte ich es. Momentan reicht mir das Geld vollkommen, ich kann die Miete und Essen bezahlen, und es bleibt auch noch was für den ein oder anderern kleineren Luxus übrig. Mir ist meine Freizeit wichtiger als Geld, die möchte ich nicht opfern.
Dazu kommt noch, dass ich immer noch keine Ahnung habe, was ich eigentlich arbeiten möchte, wie das alles beruflich weitergehen soll… Ich bin studierter Maschinenbauer mit einem recht okayen Bachelorabschluss und arbeite … im Verkauf. Ich weiß nur eines: Dauerhaft möchte ich dort nicht bleiben, das frisst mir zu viel Energie. Aber für momentan ist es echt okay. Aber der Vertrag läuft nur noch bis Ende Januar, also noch knapp 3 Monate. Und dann?? Tja… dieses „Und dann??“ bereitet mir mal wieder Bauchschmerzen. Höchstwahrscheinlich könnte ich dort bleiben, aber möchte ich das? Wenn nein, was dann? Was möchte ich überhaupt?
Ich weiß eigentlich nur, was ich nicht möchte – und diese Liste ist relativ lang, aber nicht wirklich hilfreich.
Ich möchte keinen reinen PC-/Büro-Job.
Ich möchte keine Vollzeitstelle.
Ich möchte nicht arbeiten, um möglichst viel Geld zu verdienen, das ich dann aber (außer in was-weiß-ich-wie-tollen Urlauben) nicht ausgeben kann, weil mir schlichtweg die Zeit dazu fehlt.

Ich möchte leben und das Leben genießen können. Sofern meine Psyche das zulässt. Wie das aussieht, keine Ahnung.

Momentan schlage ich mich noch mit (zu?) vielen trans*-Sachen rum, um wirklich einen freien Kopf für solche Themen zu haben. Ich bin unheimlich froh, in der WG zu wohnen und endlich sein zu dürfen/ können, wer ich bin. Es tut einfach gut.
Aber trotzdem geht es mir nicht durchgehend gut – hatte ich auch nicht erwartet. Und es ist auch okay so.

Es gibt einige Themen, die ich in Therapie mal bearbeiten müsste. Aber momentan hinten an stelle. Priorität Nr. 1 hat gerade endlich den Antrag für die Mastektomie fertig zu bekommen. Mir fehlt noch das Schreiben meines Therapeuten (und vom Endo die Bestätigung über die Hormontherapie).
Alles nicht so einfach, v.a. weil parallel noch meine Therapie beantragt werden muss – drei Sitzungen im Quartal reichen einfach nicht, und die Kurzzeittherapie ist schon „verbraucht“. Und so ganz nebenher hab ich jetzt auch noch eine weitere Diagnose – Zyklothymia – quasi eine leichtere Form der bipolaren Störung. Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht so ganz… Irgendwie stimmt es, aber ich frage mich immer wieder, was mir diese Diagnose letztendlich bringt. In diesem Fall wahrscheinlich wirklich nur – hoffentlich – die Genehmigung der Langzeittherapie. Trotzdem wäre es auch mal schön, das Problem anzugehen, v.a. die Schlafstörungen und Tiefs.

Ich merke gerade, dass ich gar nicht so recht weiß, was ich in diesem Blogpost überhaupt aussagen möchte…
In meinem Kopf ist zur Zeit sehr viel Chaos, das ich nicht wirklich identifiziert, geschweige denn sortiert bekomme. Mein Vorhaben war deshalb eigentlich, hier mal alles möglich rauszuschreiben… Aber irgendwie merke ich gerade, dass das nicht so recht klappt – zumindest nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Deshalb setze ich jetzt hier mal einen Punkt.
Vielleicht kommt in nächster Zeit ja wieder etwas mehr von mir…

PS: Wir aka mein Mitbewohner (R.) hat seit circa 2 Monaten einen zweiten Hund (vom Tierschutz), der mega schwierig ist… Es klappt einfach nicht. Wir sind ziemlich bis sehr eingeschränkt, was Unternehmungen, Besuch, usw. angeht. Versuchen den gerade wieder los zu werden. Ich hab keine Ahnung wie lange R. das noch durchhält, mache mir echt Sorgen…. Und das alles schlägt auch mir gehörig auf den Gemütszustand. R. hat gerade mit der vom Tierschutz telefoniert, habe mitgehört. Sie zeigt nicht wirklich Einsicht und schiebt die Schuld so ziemlich auf uns bzw. R., dass es nicht klappt usw. Ich möchte gerade einfach nur diesen Hund packen und der vom Tierschutz um die Ohren hauen oder vor die Türe setzen oder was auch immer. Hauptsache weg mit ihm… Ich pack das nicht mehr lange… R. packt es eigentlich schon nicht mehr.. und ich muss mich gerade echt zusammenreißen, nicht irgendwas zu zerschlagen, laut zu schreien o.ä. Ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht… weder bei R. noch bei mir… es kostet so unendlich viel Kraft und Energie, die ich gerade absolut nicht habe…. und ich schaffe es nicht, mich zu distanzieren, möchte es eigentlich auch nicht. Kann es nicht, weil ich für R. so gut wie möglich da sein möchte…. VERDAMMTE KACKSCHEIßE DAS KANN DOCH WOHL NICHT SEIN, DASS DIESER HUND JETZT SO LANGE BEI UNS BLEIBEN MUSS BIS IHN EVTL. IRGENDWANN IRGENDJEMAND NIMMT…. kann ich bitte einfach heulen und schreien und toben?!

Linien

CN Selbstverletzung

40 Linien später
mit Metall auf Haut
kein Kunstwerk
aber akkurat gerade
und parallel

er schläft endlich ein
fällt
in einen unruhigen Schlaf
voller Angst und
schlechter Träume

wieder zu früh erwacht
wieder Kopfschmerzen
und erhöhten Herzschlag
wieder Angst vor dem Tag
wie soll er das schaffen?

weiterhin leer und taub
der Schmerz war nur kurz
er spürt nichts
außer Leere und Reue
war das nötig?

Maske auf und hinaus
in die Welt
Musik an
und funktionieren
bis er zusammen bricht

irgendwann

für immer

20180829

Ich habe eingekauft
und wir aneinander vorbei geschrieben
drum sitze ich nun hier und esse alleine
während ich an dich und ein gemeinsames Frühstück denke.
Beiße vom Brötchen ab,
schlucke es zusammen mit gemischten Gefühlen hinunter.
Ein Stück Käse hinterher, gewürzt mit Unsicherheit und Zweifeln.
Schmeckt sehr salzig
oder sind das meine Tränen?

Möchte schreiben, dass ich dich vermisse.
Aber wäre das zu sehr geklammert?
Ich möchte dich.
Und uns.
Und habe Angst, alles kaputt zu machen. Durch eine Aussage, Handlung,… durch irgendwas.

Kann nicht aufhören, alles zu überdenken.
Du hast es angesprochen – mehrmals schon.
Borderline…
Ja?
Nein!
Vielleicht…
Spielt es überhaupt eine Rolle?
Ich weiß es nicht.
Manche Ausprägungen davon bestimmt, aber sonst.
Keine Ahnung.

Wieso ist das alles so kompliziert?
denke ich
und schiebe ein weiteres Stück Käse in den Mund.
Es schmeckt schal
wie so vieles

Reblog „94 – Wohin?“ von Flügelwesen

Wohin mit den Gedanken, dass es nur eine Absolutheit im Leben gibt?

Wohin mit den Gedanken, dass die einzige Gewissheit ein Ausweg wäre?

Wohin mit den Gedanken, die ein normaler Mensch nicht denkt?

Wohin mit den Gedanken, die ich niemandem erzählen kann?

Wohin mit den Gedanken, die ich doch gar nicht haben kann, wo es mir doch besser geht?

Geht es mir besser?

Reblog von Flügelwesen
https://wp.me/p9N8BS-7h

20180816

Es geht mir… nicht sonderlich gut. Und das trifft mich gerade relativ heftig. Ich weiß absolut nicht wieso es mir nicht gut geht.
Bisher war da immer mindestens ein Grund – Studium, Eltern, Einsamkeit etc. pp. – aber jetzt gerade gibt es eigentlich nichts, über das ich mich beschweren könnte. Ich hab einen Job, eine tolle WG, einen besonderen Menschen, keinen Stress mit meinen Eltern, in Sachen Transition entwickelt es sich in die richtige Richtung,… Und trotzdem geht es mir gerade nicht gut. Es hat sich schon vor zwei Tagen ein wenig angekündigt, so unterschwellig. Aber ich hab dem Ganzen keine weitere Beachtung geschenkt.
Und heute bin ich wie immer in letzter Zeit um 9 Uhr aufgewacht. Und ja… musste feststellen, dass es mir nicht gut geht. Heute wäre so ein Tag, den ich am liebsten eingerollt im Bett verbringen würde. Aber ich muss den Rest von gestriger Grillfeier aufräumen und dann von 16-21 Uhr arbeiten. Weiß gerade nicht, wie ich das schaffen soll, wie ich den Kontakt mit Menschen aushalten soll. Anrufen und mich krank melden geht nicht, ich bräuchte direkt ein ärztliches Attest. Und ich war letzte Woche (meine erste Arbeitswoche) wegen meines gebrochenen Zehs schon krank geschrieben.

Also werde ich mich da heute wohl durch beißen müssen und hoffen, dass der Tag schnell vorbei ist…

Manchmal wüsste ich trotzdem gerne, was mit mir los ist. Wieso von einem Tag auf den anderen alles zusammenbrechen kann. Was ich dagegen machen kann. Oder ob ich damit leben (lernen) muss. Therapie bringt mich da irgendwie auch nicht so wirklich weiter…