21042018

Ich möchte gerade so vieles los werden, mir von der Seele schreiben. Aber weiß nicht wie. Setze immer wieder an, bekomme keine klaren Gedanken auf die Reihe, das Chaos nicht geordnet. Möchte wegrennen, ganz weit weg. Aber es klappt nicht. Egal, wo ich bin, es verfolgt mich. Bekomme nichts geordnet und keine klaren Gedanken auf die Reihe. Nicht mal vernünftige Gedanken überhaupt. Hormontherapie zum x-ten Mal pausiert oder abgebrochen (?), ausgezogen, Bachelorarbeit abgegeben, Urlaub gebucht usw. aber immer noch die gleichen Probleme. Komme da nicht weg, egal wie viele tausend Kilometer ich weg bin. Egal, wie viel ich beende, abbreche und neu anfange. Es dreht sich alles im Kreis. Immer und immer und immer wieder. Ohne Punkt

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The Abyss

CN: Selbstverletzung, Essstörung etc.

I can feel the energy
That changes in my chemistry
The atmosphere, the way I breathe
My automatic action is
To close my eyes and wander in
And wait until the madness ends
Lost communication with the world outside
I fall into my own, into the abyss

– Three Days Grace, The Abyss –

Momentan wünsche ich mir mehr denn je den Stand von vor circa vier Jahren zurück.
Am Anfang des Studiums sein, nicht um Jobs kümmern müssen.
Mit meinen Eltern war noch alles halbwegs okay.
Noch kein trans* Kram im Kopf haben.
Zur Klinge greifen, wenn’s mir schlecht geht und wissen, dass es hilft.
SVV zwischendurch mit Hungern ersetzen.
Bessere Zeiten genießen können.
Die schwarzen Löcher gewöhnt sein.
Über Klinikaufenthalte nachdenken.
Nicht funktionieren müssen und hin und wieder Vorlesungen ausfallen lassen können.

Ich mein, schön war das auch nicht, aber ich wusste damit umzugehen. Es war nichts so essentielles wie jetzt, nichts wodurch ich mir so viel kaputt machte, nichts woran die Beziehung zu meinen Eltern zerbrach.
Nichts was meine Gedanken so durchgängig im Beschlag nahm und mich so belastete.

Im Moment würde ich echt so viel dafür geben, dorthin wieder zurück zu können…

20180322

Wenn nicht das, was dann?
Zurück? Abbrechen? Aufhören?
Möglich, aber hm.
Dann wieder als Frau(?) leben?
Irgendwie nicht.
Komme weder vor noch zurück.
Täglicher Wechsel zwischen Angst/Panik, Zuversicht, Reue, Überzeugung,… Chaos. Angst. Hilfe(?)
Informationen sammeln zur Mastektomie. Oberkörperfrei vor Ärzt*innen stehen, merken wie sehr ich diese Säcke aus Gewebe und Haut hasse. Wobei hassen das falsche Wort ist. Sie gehören da nicht hin, es fühlt sich falsch an und sieht falsch aus.
Vor dem Spiegel kann ich mir noch ne andere Person vorstellen, aber beim direkten Runterschauen…
Und trotzdem: Der Körper ist gesund und voll funktionierend, und ich will ihn einfach so verändern, dran rumschnippeln lassen, verstümmeln.. Nur weil… Ja, wieso?
Weil meine Psyche damit nicht klar kommt?
Weil mir nicht gefällt, wie die Gesellschaft ihn assoziiert?
Weil ich darin eine Lösung sehe?
Und wenn es keine ist?

Hormone mal wieder pausieren. Der Plan ist für länger, Monate, vielleicht mehr. Vielleicht für immer?
Und dann? Wie soll das weiter gehen?
Ich möchte nicht zurück, kann es mir nicht vorstellen. Passt nicht. Oder täusche ich mich selbst, weil ich die letzten drei Jahre darauf hingearbeitet habe und mich nur mit dieser einen Richtung beschäftigt habe.
Ich weiß es nicht. Nichts. Geschlechtsidentität pausieren und ohne weiterleben. Wieso geht das nicht? Wieso muss ich sowas überhaupt fühlen und entscheiden müssen?
Ich kann das nicht.
Aber es muss weitergehen. Also Fassade wieder aufbauen, weiter Informationen sammeln. Vielleicht brauch ich sie irgendwann, vielleicht auch nicht. Innerlich zusammenbrechen, zurückziehen, abschotten, verzweifeln. Äußerlich nicken und lächeln

Voran

Es geht voran. Endlich.
Ich ziehe demnächst von meinen Eltern aus, kann dann (hoffentlich) sein, wer ich bin.
Gerade sitze ich im Bürgerbüro, um mir eine erweiterte Meldebescheinigung für den Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung zu holen.
In zwei Wochen fahr ich dann zu drei Vorgesprächen für die Mastek.
Anfang April spätestens zieh ich dann endgültig aus. Bis dahin muss mein Zimmer noch eingerichtet werden, und das Wohnzimmer auch. Außerdem soll der Teppichboden aus der Küche raus, weil erstens Teppichboden in der Küche ist Mist und zweitens sieht der auch dementsprechend aus.

Es gibt also noch einiges zu tun. Aber ja, es geht endlich voran. 🙂

On – Off

In letzter Zeit habe ich eine Art On-Off-Beziehung zu meiner (Trans)Identität. Irgendwie auch generell zu meinem Leben.
Es sind zu viele Themen, viel zu viele, die durch meinen Kopf kreisen. Ich kann sie nicht wirklich lösen, nur versuchen, irgendwie das bestmögliche zu finden und umzusetzen. Aber ich merke, wie meine Psyche leidet, wenn ich so viele Abstriche machen muss.

Ich (aka trans* Weg) vs. Familie
Ausziehen vs. Weiterstudieren
Arbeiten vs. Reisen
Leben vs. Überleben

Und nicht weniges davon wiederspricht sich irgendwie.
Es geht nicht, ohne weh zu tun. Und mit dem Schmerz kann ich nicht umgehen, weil ich noch immer irgendwie darauf hoffe, dass alles gut wird…

20180210

Wer und was bin ich?
Geht es mir scheiße, weil ich nicht sein darf, wer ich bin bzw. meine zu sein? Weil gewissen Menschen durchgängig dagegen reden?
Geht es mir scheiße, weil mir die Veränderungen, die unter Testo bisher passiert sind, doch nicht taugen?
Oder weil mein Hormonhaushalt gerade ein einziges Chaos ist?
Oder hat es gar nichts damit zu tun und ich bin „einfach nur“ depressiv?

Was zum Geier ist los?

Verschnaufpause

Verschnaufpause
circa 20 Stunden
nicht länger
drüber reden,
positiver sein
und wieder fallen
toxic environment
hoffnungslosigkeit
angst
zukunft
hilfslos
wie weiter machen
ich weiß es nicht
if i go i can only hope
i’ll make it to the other side
if you wanna get out alive
run for your life
aber möcht ich überhaupt
lebend raus kommen
hab den sinn verloren
i’m scared of life
and what it means to me
unendlich müde
lebensmüde
alles zu viel
konzentration
motivation
freude
FEHLALARM
dauersirene
zu laut
und zu still
abschotten
existieren
funktionieren
versuchen
geht nicht
nichts.