Reblog: For the mentally ill folks who didn’t think they make it this year.

But you’re here. Holy shit. You’re still here. And of all the jobs you have, staying alive is the most important one. You had the guts and resilience it took to survive this year. That was you

Sam once again finds the right words and writes about surviving the year, fighting on and slowly getting better.
An article that’s definitely worth reading!

https://wp.me/p4QwYD-3Mr

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w(ei)h(n)ac(h)tsz(eit)

Diese eure Worte klingen so hohl

und hinterlassen kraftlos ein Loch.

Aber was keiner sehen kann,

ist nicht da.

Mir geht es gut.

Fehlt nichts,

aber genau das sehr schmerzhaft.

Sperre meine Gefühle in Gedanken

und hänge sie an den Nagel

wie du den Weihnachtssocken.

Barfuß friert uns an den Ohren.

Ich möchte mir Haare ausreisen

und eine Mütze daraus stricken,

doch sie sind zu kurz.

Und zu lang zum Stehen lassen.

Was sie nicht tun.

Genauso wenig wie ich an erster Stelle

Aber du mir umso mehr im Weg.

Sind wir doch alle nur Ausgeburten unserer Sehnsucht und Wut.

Miteinander verwandt und doch fremder wie sonst keiner.

20171123

Content Note: Selbstverletzung, (Lebens)Zweifel

Heute ist mies – mal wieder. Ich weiß nicht was und wieso eigentlich. Und bis nachmittags und nach der Therapie war auch alles soweit okay, ich war im Vergleich zu den letzten Tagen (Wochen) sogar halbwegs positiv/neutral eingestellt und gelaunt.. Und jetzt ist’s wieder mies, zwar nicht nach außen, aber in mir drin.
Ich zweifel grad an, dass der trans* weg wirklich der richtige für mich ist. Ich weiß nicht, ob mir die Veränderungen vielleicht einfach nur zu schnell gehen oder was los ist. Fühle mich überfordert, kann mit den sprießenden (Bart)Haaren nichts anfangen – gestern und die letzten Tage hab ich mich noch über jedes einzelne Haar gefreut… und war fasziniert und freudig darüber wie schnell sie nach dem rasieren nachwachsen. Hab mich über meine (erkältungsbedingte) tiefere Stimme gefreut, auch heute in Therapie noch. Und dann war ich daheim und mich hat ne Welle überrollt.. Wie ne Welle Dysphorie, nur irgendwie falsch. Anders. Bezogen auf paar Veränderungen, die Testo schon gebracht hat. Und gleichzeitig geht mir durch den Kopf, dass ich schon gern im Stehen Pinkeln können würde und überlege den Klitpen irgendwann mal machen zu lassen. Und ob ich mir zu weihnachten selbst nen STP schenke… Wieso?? Ich versteh mich nicht mehr. Und die Welt um mich rum nicht. Manchmal weiß ich echt nicht mehr, wie ich noch eine Zukunft für mich und mein Leben sehen soll (keine Suizid-Ankündigung!). Wie ich wieder Herr (oder Frau???) über all das Chaos werden soll?
Wieso war ich mir über 1,5Jahre lang sicher, Testo zu wollen und dass es das richtige ist, und hab davor schon ein halbes Jahr rumüberlegt und bin doch relativ zielstrebig zu dem entschluss gekommen. Wieso fühlt es sich so oft so gut an, männlich gelesen zu werden und die Veränderungen wahrzunehmen, und dann kommen wieder Tage, an denen ich wachsende Barthaare verachte und auszupfe… Manchmal überleg ich echt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hab… Vielleicht ist das ja „nur“ ein Ausmaß von Selbsthass, von Dysphorie, von Verzweiflung über die aktuelle Lage – eine Art Selbstverletzung (eine andere Methode zum früheren Schneiden)??? Das sind genau die Tage, die mich total aus der Bahn werfen. Ist es richtig, heute Abend wieder Testo zu gelen? Oder soll ich es doch lieber bleiben lassen und erstmal rausfinden, was ich will? Aber, ist es nicht in spätestens 3 Tagen ohne Testo doch wieder so, dass ich auf jeden Fall weiter gelen will und mir sehr sicher bin? So war es bisher doch auch.
Ich weiß nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen und Gedanken. Wohin mit mir. Und meinem Leben. Was ich erreichen will, wo mich mein Weg hinführt. Wer und/oder was ich überhaupt bin…

20171113

Ich glaube, so langsam aber sicher zerstöre ich mir alles, was ich habe. Vertreibe jede Person.
Seit Wochen komm ich aus dem Tief nicht mehr wirklich raus. Ich mach Treffen aus und sag dann kurzfristig doch wieder ab. Immer und immer wieder. Ich denk, es geht, dass ich es schaffe. Aber dann sitz ich wieder in meinem Zimmer und bekomm keinen klaren Gedanken auf die Reihe. Während der Zeitpunkt, zu dem ich los müsste, immer näher rückt, wird Atmen immer schwerer und mein Magen verkrampft sich immer weiter. Und ich sag wieder ab. Heute Abend wollen wir schreiben… Ich hab solche Angst, dass es das jetzt endgültig war mit der Freundschaft. Ich brauch ihn doch irgendwie. Und könnte es aber nur zu gut verstehen, wenn er sauer ist und enttäuscht und sich nicht mehr mit mir treffen will. Würde ich an seiner Stelle wahrscheinlich auch nicht wollen. Es ist mies von mir, immer so kurzfrisrig abzusagen. Ich will das auch gar nicht. Aber es geht nicht anders, irgendwie… Mein Therapeut meinte, ich soll den depressiven Episoden nicht so viel Macht geben. Aber wie mache ich das? Wie? Nach knapp 8,5h außer Haus, 8 in der Arbeit, ne halbe hin und zurück, bin ich schon wieder so kaputt, dass ich nur noch auf dem Bett hock/lieg, versuch nicht zu heulen, zittrig bin und drauf warte, dass abends ist und ich ins Bett kann. In der Hoffnung, nicht zu viele Albträume zu haben. Und dass die Kopfschmerzen bis dahin weggehen. Oder ich nehm ne Tablette… Vielleicht sollte ich gleich alle nehmen…
Ich müsste auch planen, was ich so sehen will und wie überhaupt, wenn ich nächsten Mai auf die Philippinen will. Und was nach dem Bachelor ist. Und überhaupt. Zukunft. Berufsleben, transweg und alles. Hilfe….

Bollerwagen-Fahrt

Es geht bergab. Steil bergab. Auf holperigem Kiesweg. Mit vielen Schlaglöchern. Und großen Steinen. In einem Bollerwagen. Alt, gebraucht mit teils morschem Holz. Ohne Bremse.
Ich versuche zu bremsen. Mit dem Schuh, der dann keine Sohle mehr hat als ich endlich stehen bleib. Unten am Berg, der ringsherum ist. Hier wär ich eh zum Stehen gekommen. Aber dann wär der Schuh ja noch ganz gewesen, also mit Sohle. Ganz war er davor schon nicht mehr. Hier steh ich nun. Mit quasi nur noch einem Schuh und einem auseinanderfallenden Bollerwagen. Umgeben von steilen Bergen mit vielen spitzen Steinen. Mit nichts. Außer der Kleidung am Leib, dem kaputten Schuh und fast genauso kaputten Bollerwagen. Dann bleib ich jetzt halt hier. Irgendjemand wird mich irgendwann schon vermissen. Vielleicht. Und irgendwo zum Suchen anfangen. Vielleicht. Und wenn nicht, geh ich hier halt genauso kaputt wie der Schuh. Oder der Bollerwagen. Oder beides. Oder sogar noch viel kaputter. Falls ich das nicht ohnehin schon bin. Dann wäre es ja eh egal.

Tagesablauf

aufwachen
5 Uhr irgendwas
noch maximal 1,5h
bis der Wecker geht
unruhig herum wälzen
versuchen noch mal zu schlafen
und nicht zu heulen
aufstehen
zähne zusammen beißen
anziehen
frühstücken
zur arbeit
versuchen zu konzentrieren
was hin zu bekommen
sätze zu formulieren
für die bachelorarbeit
zum fluss radeln
dort sitzen
und rauchen
versuchen zu beruhigen
runter zu kommen
durch zu atmen
noch eine rauchen
sonne tanken
atmen
tränen runterschlucken
gegen sv ankämpfen
verlieren oder gewinnen
nur verschoben
heim fahren
maske aufsetzen
lächeln
ins bett fallen
existieren
atmen
heulen
aufgeben wollen
maske wieder hinrichten
abendessen
smalltalk mit familie
duschen
testo auftragen
musik hören
heulen
(nicht) verletzen
irgendwann einschlafen
unruhig
traumreich
unerholsam
und wieder von vorne

meine tage momentan

20171023

Würde grad nichts lieber als mich in Decken einwickeln und ins Bett kuscheln. Und rauchen. (Hab aber keine Kippen) Und Musik hören und nichts mehr von der Welt mitbekommen. Bin seit 2h daheim und habs immer noch nicht aus der Arbeitskleidung geschafft… ich müsste aufs Klo aber mir fehlt die Kraft.. also bleib ich halt liegen bis es gar nicht mehr geht… und statt bis morgen früh liegen bleiben zu können muss ich in 1,5 Std wieder aus dem Haus und zu einem Punktspiel… Wettkampfsituation in diesem Zustand… yay. Absagen geht auch nicht wirklich. Plus dann hätte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen.. Ich kann nicht mehr..

20171015

Ein toller Tag.

Zumindest hätte es einer sein sollen und werden können, wären da nicht meine Eltern. Und meine Psyche.
Meine Eltern, weil sie mir so manches nicht gerade einfach machen. Und meine Psyche, weil sie jedes Mal wieder auf meine Eltern reinfällt und irgendwelche Erinnerungen und Zweifel und Selbst-Anschuldigungen raus kramt. Ach, und immer noch Gefallen findet an selbst zerstörerischem Verhalten.

Wären meine Eltern und meine Psyche nicht, könnte ich doch glatt glücklich sein.

Vielleicht.

Outing auf Arbeit – Teil 2

Es… lief. Nicht unbedingt wie erhofft…
Mein Chef meinte, dass er kein Problem damit hätte usw, aber dass ich mich (erstmal) nicht in der Abteilung outen soll, sondern das für mich behalten. Er möchte nicht, dass sich das dann irgendwie rum spricht und zu Un-/Missverständnis führt, wenn der benützte Namen nicht mit dem offiziellen übereinstimmt.
Er guckt sich mal um, ob er eine Ansprechperson diesbezüglich findet.

Naja. Ist nicht, was ich mir erhofft habe. Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht. Und etwas eingeschüchtert. Aber es ist kein Weltuntergang. Ich könnt trotzdem grad heulen. Da hätte ich mir die Angst vor dem Outing sparen können… Aber ist kein Weltuntergang, und er hat ja kein Problem damit. Yay…