20171015

Ein toller Tag.

Zumindest hätte es einer sein sollen und werden können, wären da nicht meine Eltern. Und meine Psyche.
Meine Eltern, weil sie mir so manches nicht gerade einfach machen. Und meine Psyche, weil sie jedes Mal wieder auf meine Eltern reinfällt und irgendwelche Erinnerungen und Zweifel und Selbst-Anschuldigungen raus kramt. Ach, und immer noch Gefallen findet an selbst zerstörerischem Verhalten.

Wären meine Eltern und meine Psyche nicht, könnte ich doch glatt glücklich sein.

Vielleicht.

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Outing auf Arbeit – Teil 2

Es… lief. Nicht unbedingt wie erhofft…
Mein Chef meinte, dass er kein Problem damit hätte usw, aber dass ich mich (erstmal) nicht in der Abteilung outen soll, sondern das für mich behalten. Er möchte nicht, dass sich das dann irgendwie rum spricht und zu Un-/Missverständnis führt, wenn der benützte Namen nicht mit dem offiziellen übereinstimmt.
Er guckt sich mal um, ob er eine Ansprechperson diesbezüglich findet.

Naja. Ist nicht, was ich mir erhofft habe. Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht. Und etwas eingeschüchtert. Aber es ist kein Weltuntergang. Ich könnt trotzdem grad heulen. Da hätte ich mir die Angst vor dem Outing sparen können… Aber ist kein Weltuntergang, und er hat ja kein Problem damit. Yay…

Das leidige Thema Outing

Guten Morgen Chef.
Ich bin im Übrigen transgender und werde in den nächsten Monaten eine tiefere Stimme und etwas Bartansatz bekommen. Sprechen Sie mich von nun an bitte mit „Herr …“ und „er“ an.

Schreibt sich leicht, sagt sich schwierig…

So langsam sollte ich mich in der Arbeit mal outen. Bin dort zwar nur bis zum Ende meiner Bachelorarbeit – voraussichtlich Ende Januar – aber bis dahin kann sich v.a. stimmlich doch noch einiges tun… Vor allem, weil meine Stimme jetzt schon (heute genau 1 Monat auf Testo, wenn man die 1,5 Monate von 1.6. bis 16.7. nicht zählt) immer mal wieder kippt.

Arrgs. Ich weiß nicht, wie ich mich bei ihm outen soll. Die Mail an meine Kollegen ist schon aufgesetzt, aber ich möchte vorher mit meinem Chef (=Betreuer) reden. Hmpf.
Am liebsten würde ich mich bei ihm ja auch über E-Mail melden, aber das kommt irgendwie blöd, denk ich…

Wenn jemand Ideen hat – bitte gerne in die Kommentare schreiben!

Trockene Einöde

Gedankenfetzen und Felsbrocken
ich stolpere darüber
und bekomm sie gegen den Kopf
versuche nicht zu fallen

mein Herz geht rasselnd
und der Atem pocht laut
ich habe Durst
doch nirgends Wasser

über mir kreisen Aasgeier
warten auf Nahrung
in der trockenen Einöde
verirrt sich mancheiner

schweißgebadet springe ich auf
und zünde mir eine Zigarette
das Fenster steht noch offen
vom gesterigen Abend

ich könnte aufmunternde Worte
eine schützende Umarmung brauchen
doch nur verletzende Kommentare
das hier ist keine Heimat.

Doch nicht über den Berg…

Im Moment ist es grad mal wieder…. mies. Sau mies. Und das ist gar kein Ausdruck mehr. Ende letzter Woche hat sichs schon bisschen angekündigt, Samstag Abend wars dann beschissen und seitdem ists so geblieben. Gestern bin ich bei nem Freund sogar quasi zusammen gebrochen, das war bisher noch nie. Irgendwie hatte ich es bisher immer geschafft, mich zusammen zu reißen. Hab mich da dann in den ersten Stock verkrochen (was er mir zuvor schon angeboten hatte) und einfach nur zitternd in der Ecke gekauert, hab keine Ahnung wie lange bis er hochkam. Die anderen haben unten noch Diskussionen zur Wahl usw. angesehen. Hab ihn gefragt, ob er mich in den Arm nehmen kann – sowas hab ich bisher auch noch nie gefragt… Es… tat gut, hat aber nicht soo geholfen. Dann Rad geschnappt und heim gefahren, derweil am Lenker festgeklammert. Kippen hatte ich keine dabei und leer sind sie grad eh…

Ich dachte eigentlich, dass mit dem Trans*Kram ein Teil des Mists, zumindest das richtig miese und dunkle, weg ist. Aber scheint grad nicht so… Hab grad keine Ahnung wie ich morgen auf der Arbeit überstehen soll.. geschweige denn die restliche Woche…

Dysphorie ist auch grad richtig scheiße.. Ich will überhaupt nicht duschen oder so, aber tus halt trotzdem wenn nötig.. mit geschlossenen Augen…

Gedanken kreisen um selbstzerstörerische Methoden… Achtung Trigger im nächsten Absatz!

Zur Klinge greifen… bisher hält mich noch das Wissen, dass es nicht wirklich hilft ab. Alkohol bis ich nix mehr mitbekomm und gänzlich abstürz, Tabletten (hab aber eh nicht genügend), Feuer auf die Haut,…. Und essstörungsgedanken sind auch wieder da.. Bisher nur gedanken…

Ich kann nicht mehr… Und müsste möglichst bald bei meinem Endo anrufen wegen Testo-Nachschub…

Zaubermittel

Vielleicht
habe ich erst
schlaflose Nächte
antriebslose Tage
verheulte Augen
dunkle Gedanken
gute Zusprüche
annähernde Abstürze

und diesen einen Satz von dir
„Hättest mal Deine Hormone abgesetzt…“

gebraucht,

bevor ich bemerken konnte,
dass ich

nicht lebe um andere glücklich zu machen
meinen Eltern keine Tochter schuldig bin
ihnen nicht gänzlich entgegen kommen muss,
wenn sie es keinen einzigen Schritt tun
mein Leben nur für mich leben will und soll
so handeln muss, dass ich glücklich bin
durchaus etwas egoistischer sein darf.

Bevor ich merken konnte,
dass ich es brauche,
wieder mit Testosteron anzufangen.

Und hier bin ich nun – kurz vor Erfüllung meines zweiten Tag 1 auf Testo.
Es fühlt sich gut an. Sehr gut.

Ein bisschen ein Zaubermittel für mich:
positivere Einstellung
mehr Leichtigkeit
mehr Lebensfreude
schönere Gedanken
mehr Sicherheit
mehr Selbstbewusstsein
bessere Gefühle
mehr Ideen
mehr Zukunftspläne
positiveres Ich.

Blöd.

Alles blöd. Nein, das ist gar kein Ausdruck…

Zweiter Arbeitstag und absolut nichts zu tun. Kein Betreuer, keine Rechte, nichts.. Ich sitz Zeit ab, und wart ne Stunde nachdem ich angekommen bin schon wieder auf das Ende. Würd jetzt gern mit der Bachelorarbeit anfangen und nicht Zeit tot schlagen. Hab ja nicht ewig Zeit. Nur 5 Monate, aber nicht ewig.

Und alles andere ist auch blöd.

Blöd. Blöd. Blöd. Blöd.